Skibergsteigen-Jugend-Olympiasieger Thomas Bussard: „Vielleicht sollte man ein bisschen verrückt sein.“

Der neue Jugendolympiasieger im Skibergsteigen erklärt die Mentalität der Athleten, die hinter diesem Sport stehen.

Von Olympic Information Service ·

Viele Sportarten erfordern eine besondere Ausrüstung, aber das Skibergsteigen ist wirklich etwas ganz Besonderes.

Das Skibergsteigen, auch als „Skimo“ bekannt, ist kein gewöhnlicher Zeitvertreib. Die Teilnehmer sind unter anderem mit einer Überlebensdecke, einer Schneesonde und einem Lawinendetektor ausgerüstet.

„Normalerweise sind die Wettkämpfe sicher, aber man kann nie ganz frei von Risiken sein, deshalb braucht man immer ein Sicherheitssystem“, sagte der Schweizer Thomas Bussard, der am ersten Tag der Olympischen Jugend-Winterspiele 2020 in Lausanne den Einzelwettbewerb der Männer gewann.

„Das ist besonders wichtig, wenn man trainiert. Das kann gefährlich sein.“

Skibergsteigen | Sportliche Erklärung - Lausanne 2020

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Skimo-Athleten rennen bergauf und bergab, und benutzen manchmal eine spezielle Kletterausrüstung, um eisige Anstiege zu Fuß zu überwinden. Da man schwindelerregende Höhen erreichen, würden viele vor diesem Wettkampf zurückschrecken.

„Vielleicht muss man ein bisschen verrückt sein, um Skimo zu machen“, sagte Thomas, 17 Jahre alt. „Aber es geht darum, jedes Risiko auf ein Minimum zu reduzieren, und das schafft man mit dem richtigen Know-how.“

Skimo feiert sein Olympia-Debüt in Lausanne 2020. Vom 10. bis 14. Januar treten 48 Athleten an. Es gibt fünf Rennen: Einzelwettkämpfe der Frauen und Männer, Sprints der Frauen und Männer und eine gemischte Staffel.

Thomas' Zwillingsbruder Robin gewann hinter ihm Silber bei den Männern, während seine Teamkollegen Caroline Ulrich und Thibe Deseyn bei den Frauen Gold und Silber gewannen.

Die Einzelwettbewerbe sind der Ausdauerwettbewerb des Sports: Massenstartrennen mit drei zermürbenden Aufstiegen, darunter ein Kletterabschnitt, in dem die Athleten ihre Skier tragen, und drei Abfahrten.

„Ausdauer ist die wichtigste Eigenschaft für Skimo-Athleten, obwohl man für den Sprint Dynamik braucht“, sagte Robin. „Man muss in der Lage sein, sich mental über das Limit hinaus zu pushen. Es ist auch ein sehr technischer Sport, man wechselt ständig von bergauf nach bergab. Wie bei einem Triathlon ist es wichtig, schnelle Übergänge zu schaffen.“

Der Sprintwettbewerb ist ein Drei- bis Vier-Minuten-Wettbewerb, bei dem die Skifahrer Übergänge durchfahren müssen, wobei sie aufsteigen und dann etwa 80 Meter absteigen. Sie müssen die Felle auf die Skier legen, um bergauf zu laufen, dann die Skier an ihrem Rucksack befestigen und zu Fuß weitergehen.

Oben angekommen, ziehen sie die Felle ab, gleiten eine Riesenslalom-ähnliche Strecke hinunter und rasen dann im Eislaufstil bis zum Ziel. Es gibt zeitgesteuerte Qualifikationsläufe, dann K.O.-Läufe und ein Finale mit sechs Athleten.

Die gemischte Staffel ist eine gemischt-nationale, gemischtgeschlechtliche Veranstaltung mit 12 Teams von vier Athleten (zwei Frauen und zwei Männer).

Nach ihrem Erfolg sollte man die Brüder Bussard bei den restlichen Wettbewerben nicht aus den Augen verlieren. Ihr Vater war Schweizer Meister in diesem Sport.

„Wir waren immer mit unserem Vater auf den Skiern, und es ist ein Vorteil, mit seinem Bruder zu konkurrieren“, sagte Thomas.

„Wir wollen immer beide gewinnen, aber zuerst sind wir Brüder und Freunde.“

OIS nm/pp/sg Vorschaubild: OIS/Ben Queenborough.